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Freitag, 2. November 2012

Betrifft: William Faulkner

Das kann doch nicht wahr sein: Wegen der Verwendung des Zitats „Das Vergangene ist nie tot, es ist nicht einmal vergangen" (The past is never dead. It's not even past) von William Faulkner aus seinem Roman Requiem für eine Nonne (Requiem for a Nun) aus dem Jahr 1951 in Woody Allens Komödie Midnight in Paris reicht die Nachlassverwaltung Klage ein (mehr dazu siehe http://www.dradio.de/kulturnachrichten/201210270800/4)

Freitag, 3. Juni 2011

William Faulkner über das Schreiben des ersten Satzes

„Schreiben Sie den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt den zweiten lesen will. Das ist eine gute Regel."

(Auch Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will; Man schreibe den ersten Satz so, daß der Leser unbedingt auch den zweiten Satz lesen will)

You have got to write the first sentence of a story so that whoever reads it will want to read the second one. That is a good rule.

William Faulkner

(In Joseph Blotner (Hrsg.): Selected Letters of William Faulkner. Vintage Books 1978, S. 327)

Die Version

"Schreib den ersten Satz so, daß der Leser unbedingt auch den zweiten Satz lesen will. Und dann immer so weiter"

klingt zwar besser, ist aber leider falsch.

Sonntag, 15. Mai 2011

„Kill your darlings – Töte deine Lieblinge“ – von Faulkner, Hemingway, Stephen King oder von wem?


Angeregt durch einen Blogpost auf Schreibteufelchen dachte ich über einen der berühmtesten Schreibtipps nach, der da lautet:

„Töte deine Lieblinge“ – „Kill your darlings“ (auch „Kill your darling“ und „Kill all your darlings“).

Mich interessierte allerdings nicht, was damit gemeint ist (darüber werde ich an anderer Stelle schreiben), sondern von wem der Tipp ist. Denn er wird F. Scott Fitzgerald, William Faulkner, William Goldman, Wladimir Nabakov, Stephen King und Ernest Hemingway zugeschrieben (natürlich darf der gute alte Mark Twain nicht fehlen), also allen möglichen Schriftstellern mit Rang und Namen. Tatsächlich aber stammt er von dem britischen Autor und Literaturkritiker Arthur Quiller-Couch, der im zwölften Kapitel seines Buches On the Art of Writing schreibt:
Well, in this extraneous, professional, purchased ornamentation, you have something which Style is not: and if you here require a practical rule of me, I will present you with this: ‘Whenever you feel an impulse to perpetrate a piece of exceptionally fine writing, obey it—whole-heartedly—and delete it before sending your manuscript to press. Murder your darlings.
Im Laufe der Zeit wurde aus „Murder your darlings” dann “Kill your darlings”. Wahrscheinlich war es William Faulkner, der als erster diese Schreibregel prägnant umformte in: “In writing, you must kill all your darlings.”

Stephen King, der sie vehement vertritt, schreibt in seinem Buch On Writing:
Mostly when I think of pacing, I go back to Elmore Leonard, who explained it so perfectly by saying he just left out the boring parts. This suggest cutting to speed the pace, and that’s what most of us end up having to do (kill your darlings, kill your darlings, even when it breaks your egocentric little scribbler’s heart, kill your darlings)…I got a scribbled comment that changed the way I rewrote my fiction once and forever. Jotted below the machine-generated signature of the editor was this mot: ‘Not bad, but PUFFY. You need to revise for length. Formula: 2nd Draft = 1st Draft – 10%. Good luck.
Henry Miller formte übrigens diese Forderung in „Taking the ax to your work” um … (My live and times. Playboy Press 1971, S. 54)