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Sonntag, 15. Mai 2011

„Kill your darlings – Töte deine Lieblinge“ – von Faulkner, Hemingway, Stephen King oder von wem?


Angeregt durch einen Blogpost auf Schreibteufelchen dachte ich über einen der berühmtesten Schreibtipps nach, der da lautet:

„Töte deine Lieblinge“ – „Kill your darlings“ (auch „Kill your darling“ und „Kill all your darlings“).

Mich interessierte allerdings nicht, was damit gemeint ist (darüber werde ich an anderer Stelle schreiben), sondern von wem der Tipp ist. Denn er wird F. Scott Fitzgerald, William Faulkner, William Goldman, Wladimir Nabakov, Stephen King und Ernest Hemingway zugeschrieben (natürlich darf der gute alte Mark Twain nicht fehlen), also allen möglichen Schriftstellern mit Rang und Namen. Tatsächlich aber stammt er von dem britischen Autor und Literaturkritiker Arthur Quiller-Couch, der im zwölften Kapitel seines Buches On the Art of Writing schreibt:
Well, in this extraneous, professional, purchased ornamentation, you have something which Style is not: and if you here require a practical rule of me, I will present you with this: ‘Whenever you feel an impulse to perpetrate a piece of exceptionally fine writing, obey it—whole-heartedly—and delete it before sending your manuscript to press. Murder your darlings.
Im Laufe der Zeit wurde aus „Murder your darlings” dann “Kill your darlings”. Wahrscheinlich war es William Faulkner, der als erster diese Schreibregel prägnant umformte in: “In writing, you must kill all your darlings.”

Stephen King, der sie vehement vertritt, schreibt in seinem Buch On Writing:
Mostly when I think of pacing, I go back to Elmore Leonard, who explained it so perfectly by saying he just left out the boring parts. This suggest cutting to speed the pace, and that’s what most of us end up having to do (kill your darlings, kill your darlings, even when it breaks your egocentric little scribbler’s heart, kill your darlings)…I got a scribbled comment that changed the way I rewrote my fiction once and forever. Jotted below the machine-generated signature of the editor was this mot: ‘Not bad, but PUFFY. You need to revise for length. Formula: 2nd Draft = 1st Draft – 10%. Good luck.
Henry Miller formte übrigens diese Forderung in „Taking the ax to your work” um … (My live and times. Playboy Press 1971, S. 54)

Kommentare:

  1. Hallo Jutta,

    das war sehr interessant, danke für deine Recherche. Könntest du noch die Schrift auf deiner Seite für deine Leser etwas optimieren. Ich konnte sie fast nicht entziffern und konnte nur mittels kopieren und wieder einfügen in ein Textdokument deinen Text weiterlesen.

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  2. Hallo,

    ich weiß nicht, was Du für einen Browser benutzt, aber die Schrift habe ich schon größer gewählt als normal. Noch größer möchte ich sie nicht machen, weil die Beiträge manchmal umfangreich sind und dann der ganze Beitrag unübersichtlich wird. Oder was meinst Du mit dem Optimieren der Schrift? Ich benutze sie in all meinen Blogs, und es hat sich noch niemand beschwert.

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